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Waisenhaus
Das Waisenhaus erscheint das erste Mal in der zweiten Staffel "Higurashi no Naku Koro ni Kai" in Folge 14 "Fest begleitendes Kapitel 1 - Miyo". In dieser Folge wird ein Rückblick auf Miyo Takanos Vergangenheit als Miyoko Tanashi gezeigt. Da ihre Eltern bei einem Busunfall ums Leben kamen und niemand mehr da war, der für sie sorgen konnte, wurde sie in ein Waisenhaus gebracht.

In diesem Waisenhaus ging es heftig zu. Miyoko überlegt in der Sound Novel, dass der Gründer wohl einmal gehofft hatte, die Kinder dort würden aus Dankbarkeit zu kleinen Engeln werden. Aber da dies nicht geschah, wurden die Zustände in dem Waisenhaus immer schlimmer. Was man tun sollte oder nicht tun durfte, schien sich von Tag zu Tag zu ändern, so dass es den Kindern kaum möglich war, sich richtig zu verhalten. Kinder, die dort nicht gemacht hatten, was sie sollten, wurden geschlagen und bekamen schlimme Strafen. Miyoko kannte diese Strafen zunächst nur vom Hörensagen: Die "Sarg-Strafe", "Die Strafe der Ente, die kein Wasser trinken kann", "Die Strafe des Schweins mit zerrissenen Armen und Beinen", "Die Strafe der zerquetschten Raupe". Die "Sarg-Strafe" scheint darin zu bestehen, dass das Kind sich in einen Metallkasten legen muss und die Wärter mit Stangen dagegenschlagen, so dass im Inneren eine unerträgliche Schallwirkung entsteht. Varianten dieser Strafe bestanden darin, dass man statt des Sargs in eine Matte eingewickelt wurde oder dass der Kasten unter einer Dusche stand.

Das Waisenhaus war für die Kinder, die dort "aufgenommen wurden", der reinste Horror. Sie träumten von einem anderen "Waisenhaus hinter den Bergen" wo sie eine "Mutter" haben, die sich fürsorglich um sie kümmert. In der Sound Novel wird dieses Haus als "Yurigaoka-Haus der Liebe und Gnade" bezeichnet. Allerdings ist nicht klar, ob es wirklich in der beschriebenen Form existiert. Einem Gerücht nach liefen einmal mehrere Kinder weg, um dieses Haus zu erreichen und dort aufgenommen zu werden. Ein Junge wurde aufgegriffen, die anderen Kinder schafften es dem Gerücht nach. Der Junge wurde bestraft und verletzte sich später angeblich tödlich im Heizkeller, wobei vermutet wird, dass er umgebracht wurde. Es heißt, dass das Waisenhaus unbedingt alle Kinder behalten wollte, da sonst die finanzielle Unterstützung verringert worden wäre.

Miyoko, Eriko, Totomi und Kikuko, die dort aufgenommen wurden, sprachen in einer Nacht darüber, wie sie dort abhauen könnten. Sie wollten den Hofschlüssel für die Tür hinter der Treppe benutzen, um dort auszubrechen. Miyoko wurde wieder eingefangen. Im Waisenhaus wurde sie zu einer Toilette gebracht, um eine Strafe zu erhalten (in der Manga-Version wird sie in eine Toilette getaucht und es wird ihr befohlen, diese mit dem Mund zu reinigen), doch schon eine kurze Zeit darauf erschien der Mentor ihres Vaters, Hifumi Takano, und brachte sie zu sich nach Hause, da Miyo ihn auf ihrer Flucht telefonisch um Hilfe gebeten hatte. In der Anime-Fassung erfährt man nicht, ob eines der Kinder oder mehrere die Flucht schafften, allerdings hört Miyoko, als sie zurückgebracht wird, die Schreie von Kindern, die bestraft werden. Diese Strafen bestehen beispielsweise darin, in einen Blechschrank eingesperrt zu werden und durch Wasser sowie Stockschläge gegen den Behälter einer akustischen Folter ausgesetzt zu werden, oder in eine Matte eingewickelt mit Holzschwertern geschlagen zu werden. In der Manga-Fassung erfährt man, dass Eriko bestraft wurde, indem sie gefesselt in den Hühnerstall gelegt und mit Hühnerfutter überschüttet wurde, so dass sie von den Schnäbeln der Hühner verletzt wurde und vermutlich daran starb.

In der Sound Novel im Kapitel Matsuribayashi-hen erwähnt Miyo Takano rückblickend in einem inneren Monolog, dass es nach der Auslösung des Großen Hinamizawa-Desasters Zeit für sie werde, wieder hinter "diesen Metallzaun" zurückkehren, womit sie auf das Waisenhaus anspielt. Dies wird mitunter als Andeutung von Selbstmordgedanken interpretiert.

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