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Oyashiro-sama. Statue
Oyashiro (オヤシロ さま, Oyashiro-sama) ist der Gott des Furude-Schreins im Dorf Hinamizawa ("o" - 御 - ist ein ehrendes Wortbestandteil; "yashiro" - 社 - bezeichnet einen Shintô-Schrein; "-sama" - 様 - ist eine ehrfurchtsvolle Anrede, die fast immer zusammen mit dem Namen des Gottes gebraucht wird).


Er wird als Schutzgott Hinamizawas betrachtet, der einst Menschen und Dämonen zu einem gemeinsamen friedlichen Leben verhalf. Er ist scheinbar allerdings im Gegensatz dazu auch eine strenge und rachsüchtige Gottheit, die jeden verflucht, der das Dorf verlässt. Der Verfluchte wird entweder sterben oder verschwinden. Später stellt sich allerdings heraus, dass Oyashiro-sama eigentlich kein rachsüchtiger Gott ist, wie man ihn sich vorstellt, sondern ein empfindsames göttliches Wesen (Hanyuu), das von wenigen Menschen in Gestalt eines lilahaarigen Mädchens gesehen werden konnte oder kann, allerdings auch imstande ist, drohend aufzutreten oder übernatürliche Dinge wie etwa Telekinese zu vollführen. Diese Gottheit ist in Wahrheit darüber entsetzt, dass ihr Name in Verbindung mit solch schrecklichen Dingen wie den Hinamizawa-Serienmorden gebracht wird. Sie litt darunter, dass ihr unter dem Namen Oyashiro-sama Menschenopfer gebracht wurden und dass ihretwegen Menschen gefoltert wurden. Sie versuchte dies aufzuhalten, konnte sich jedoch nicht bemerkbar machen, da gewöhnliche Menschen sie nicht sehen oder hören können. Ob Hanyuu mit Oyashiro-sama identisch ist, ist eine Frage der Perspektive. Die Gottheit Oyashiro-sama, wie die Menschen in Onigafuchi sie sich vorstellten, hat wenig zu tun mit Hanyuu. Jedoch fühlt sich Hanyuu als göttliche Beschützerin von Hinamizawa angesprochen, wenn von Oyashiro-sama die Rede ist. Wenn andere von Oyashiro-sama als einem grausamen Gott sprechen, stampft sie mitunter wütend auf, was unter Umständen von Menschen gehört werden und auf diese verstörend wirken kann.

Dem Mythos nach war Oyashiro-sama ein göttlicher Vermittler, der den Frieden zwischen den menschenfressenden Dämonen aus dem Onigafuchi-Sumpf und den Menschen des gleichnamigen Dorfes hergestellt hat. Es wird spekuliert, dass Oyashiro-sama auch ein Mensch mit großer Autorität gewesen sein könnte, der später zu göttlichen Ehren gelangte.

Es gibt mindestens zwei Darstellungen von Oyashiro-sama in Hinamizawa. Eine kleinere Statue befindet sich im Furude-Schrein. Vor ihr wird das Watanagashi-Ritual vollzogen. Eine größere Statue steht im heiligen Lagerhaus (Saiguden) des Schreins. Der rechte Arm dieser Statue ist abgebrochen. Dies passierte, als Satoko im Alter von etwa sechs Jahren beim Versteckspiel verbotenerweise durch ein Fenster in das Saiguden hineinkletterte. Sie konnte am Ende nicht wieder hinauskommen und hangelte sich schließlich mit einer herunterhängenden Kette wieder hinauf zum Fenster. Die Kette fiel jedoch zurück und der kräftige Aufprall beschädigte die Statue.

In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Verehrung Oyashiro-samas im Lauf der Jahrzehnte zunächst stark ab. Nur ältere, religiöse Leute respektierten die Gottheit noch, während jüngere Leute sie ignorierten und sogar der Furude-Schrein und seine Umgebung mitunter durch respektlose Handlungen entweiht wurden. Das änderte sich, als durch den Damm-Krieg Oyashiro-sama zum Symbol des Widerstandes von Hinamizawa wurde. Und als der Fluch Oyashiro-samas zum Gesprächsthema wurde, stieg die Verehrung enorm an.

Oyashiro-samas Fluch

Nach der Legende des Dorfes Hinamizawa wird jeder, der Oyashiro-sama verärgert, verflucht. Um Oyashiro-sama nicht zornig zu machen, gibt es bestimmte Vorschriften. Wie genau diese Vorschriften auszulegen sind, ist umstritten. Beispielsweise wird davon ausgegangen, dass die Vorschrift, Hinamizawa nicht zu verlassen, nicht dadurch gebrochen wird, dass man für eine kurze Reise Hinamizawa verlässt. Wer allerdings seinen Wohnsitz dauerhaft aus Hinamizawa heraus verlegt und den Kontakt zum Dorf abbricht, kann als potenzielles Fluch-Opfer betrachtet werden. Der Begriff "Oyashiro-samas Fluch" gilt auch als Überbegriff für die Reihe der geheimnisvollen Todesfälle in Hinamizawa, die sich in zeitlicher Nähe zum Watanagashi-Fest ereignen.

Der Fluch, bei dem es sich zunächst noch um eine Art Warnsignal handelt, tritt bei mehreren Figuren wie beispielsweise Rena, Satoshi oder Keiichi in mehreren Stufen auf. Zunächst fühlt sich der Betroffene auf eine unbestimmte Weise beobachtet. Mit zunehmender Kraft des Fluches kommt das Beobachtende immer näher. Der Betroffene meint, es stehe direkt hinter ihm und schaue nachts auf ihn herunter, wenn er im Bett liegt. Außerdem ist beim Stehenbleiben noch ein zusätzlicher Schritt zu hören, als ob jemand hinter dem Betroffenen ebenfalls stehenbleiben würde. Dies tritt zunächst außer Haus, bei zunehmender Stärke aber auch innen auf. Der Fluch steht offenbar in einer starken Verbindung mit dem Hinamizawa-Syndrom.

Die Regeln, die man einhalten sollte, um nicht vom Fluch befallen zu werden, lauten in strenger Auslegung wie folgt:

  1. Das Dorf sollte nicht von Außenstehenden betreten werden.
  2. Das Dorf sollte nicht verlassen werden.
  3. Man sollte nicht darüber nachdenken, das Dorf zu verlassen.
  4. Man sollte keine Projekte unterstützen, die das Dorf Hinamizawa zerstören könnten.
  5. Man sollte nicht ohne Erlaubnis das Saiguden betreten. Nur Oyashiro-samas Priester/innen und ihre Familie können kommen und gehen, wann sie wollen.
  6. Letztlich scheint es Glückssache zu sein; denn anscheinend sind sogar die Furudes anfällig für den Fluch.

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